Stahl ist allgegenwärtig in unserem täglichen Leben – von Gebäuden und Fahrzeugen bis hin zur Blechdose, die Lebensmittel sicher über Monate oder Jahre hinweg konserviert. Er ist das wichtigste technische Material der Welt. Gleichwohl ist die Stahlerzeugung äußerst energieintensiv. Sobald jedoch einmal hergestellt, kann Stahl immer wieder verwendet werden. Mit einer weltweiten Rückgewinnungsrate von über 70 % ist Stahl das am häufigsten recycelte Material auf dem Planeten. Darüber hinaus können 97 % der Nebenprodukte aus der Stahlherstellung ebenfalls wiederverwendet werden. So wird beispielsweise Schlacke aus Stahlwerken häufig zur Herstellung von Beton eingesetzt.
Dank kontinuierlicher Verbesserungen der Stahlherstellungsverfahren wird heute für die Produktion einer Tonne Stahl 50 % weniger Energie benötigt als vor dreißig Jahren. Weniger Energieverbrauch bedeutet geringere Treibhausgasemissionen – ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. Tatsächlich kann der gesamte Lebenszyklus von Stahlprodukten sogar eine geringere Umweltbelastung aufweisen als der von Produkten aus alternativen Werkstoffen wie Aluminium oder Kunststoff.
Darüber hinaus sind die heutigen fortschrittlichen hochfesten Stähle stärker und leichter, sodass weniger Stahl benötigt wird, um dieselbe strukturelle Integrität zu gewährleisten. Ein leichteres Auto oder ein leichteres Frachtschiff verbraucht weniger Kraftstoff und reduziert dadurch seine Treibhausgasemissionen.
Stahl spielt zudem eine wichtige Rolle bei der weltweit wachsenden Infrastruktur für erneuerbare Energien. Die neuesten Stahlsorten ermöglichen höhere, stabilere und leichtere Türme für Windkraftanlagen, wodurch deren Effizienz gesteigert und die mit ihrem Bau verbundenen Kohlenstoffemissionen um bis zu 50 % gesenkt werden. Neue Dachsysteme kombinieren Photovoltaikzellen mit verzinkten Stahlpaneelen. Stahlhersteller arbeiten sogar mit der Solarenergiebranche zusammen, um Innovationen wie Dächer zu erforschen, die mit Farbstoffen beschichtet sind und direkt elektrischen Strom erzeugen können.
Gleichzeitig sind Stahlwerke sauberer und sicherer denn je. Die Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit ist ein zentrales Branchenziel, wobei Hersteller stetig bemüht sind, Arbeitsunfälle zu reduzieren. Dadurch halbierte sich die Quote der arbeitsbedingten Verletzungen mit Ausfallzeit zwischen 2004 und 2009 – die Branche strebt nun einen unfallfreien Arbeitsplatz an.
Hinweis:
Dieser Artikel ist entnommen aus: https://worldsteel.org/about-steel/steel-story/#steel-industry-today-and-future-developments